Zwischen Kuschelmodus und Überlebensstrategie...
- tiermelodie

- 4. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
...warum sich abends alles richtig anfühlt und morgens neu bewertet wird.
Abends fühlt das Herz, morgens übernimmt das Gehirn.
Ist dir auch schon aufgefallen, dass du mit komplett anderen Gedanken schlafen gegangen bist als, die du beim Aufwachen denkst?

Dieses Phänomen ist mir über einen längeren Zeitraum immer wieder begegnet. Da ich es äusserst spannend finde, mich selbst, mein Wesen und meine inneren Prozesse bewusst zu beobachten, bin ich diesem Thema auf den Grund gegangen.
Abends liege ich im Bett, die Decke bis zur Nase gezogen, froh, den Tag erfolgreich „überlebt“ zu haben, und denke mir: Ach, eigentlich ist doch alles gut. Die Welt fühlt sich weich an, Hürden wirken lösbar und irgendwo zwischen Kopfkissen und Bettdecke entstehen plötzlich grossartige Masterpläne für den nächsten Tag.
Und dann schlafe ich friedlich ein.
Ausser natürlich, mein ach so genialer Masterplan hält mich vor lauter Nervosität wach.
Okay, fairerweise: Diese Masterpläne kommen nicht jeden Abend vor. 😅
Am nächsten Morgen dann:
Augen auf. Realität an.
Plötzlich klingt dieselbe Idee eher nach:
Braucht es diesen super ach so tollen Masterplan wirklich?
War das rational?
Was bringt mir das überhaupt?
Herzlich willkommen im Überlebensmodus!
Das Spannende daran: Das ist kein Charakterzauber. Das ist Biochemie.
Am Abend schüttet unser Körper vermehrt Hormone wie Oxytocin aus. Diese sind auch bekannt als das Kuschel-, Bindungs- oder „Alles-ist-gut“-Hormon. Es macht uns sanfter, empathischer und näher bei unseren Gefühlen. Wir sehnen uns nach Nähe, Harmonie und vielleicht sogar ein kleines bisschen Weltfrieden, kurz bevor wir einschlafen.
Am Morgen übernimmt dann das Gegenprogramm.
Stress- und Aktivierungshormone wie Cortisol steigen an. Das Gehirn fährt hoch, scannt die Umgebung und denkt in Effizienz, Sicherheit und Logik. Gefühle werden dabei nicht ausgeschaltet, sie bekommen lediglich einen nüchternen Filter. Entscheidungen werden rationalisiert, priorisiert und manchmal auch gnadenlos aussortiert.
Und genau das beeinflusst unsere Entscheidungsfindung.
Herzensentscheidungen fühlen sich abends oft richtig an.
Sachliche, neutrale Entscheidungen hingegen profitieren vom Vormittag.
Verträge prüfen, wichtige Mails schreiben oder klare Abwägungen treffen.
All das gelingt meist besser, wenn das Gehirn wach, strukturiert und weniger „kuschelig mit rosa Brille“ unterwegs ist.
Mein persönlicher Merksatz lautet deshalb:
Abends fühlen, morgens entscheiden.
Oder anders gesagt:
Triff keine lebensverändernden Entscheidungen im Pyjama unter einer flauschigen Decke. 😉
Wenn wir verstehen, dass unsere Stimmung hormonell mitgesteuert wird, können wir liebevoller mit uns selbst umgehen und klüger planen. Denn manchmal braucht es Herz. Und manchmal einfach einen guten Vormittag mit einem richtig leckeren Kaffee.
Fühl dich gedrückt.
Du bist nicht verrückt.
Nur hormongesteuert. 🤣
Diese Erkenntnis hilft mir sehr, meine Gefühle und Empfindungen besser einzuordnen. Und gerade bei Frauen spielen im Alltag noch viele weitere Hormone eine Rolle.
Etwas, das wir viel zu oft vergessen. Dabei erklärt es so vieles.
Und manchmal da hilft auch ein kleines Hypnöschen, oder eine sanfte energetische Unterstützung um die innere Balance und die Selbstermächtigung neu zu spüren.
Herzliche Grüsse
Cheyenne



Kommentare